Wie berechnet man die Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland?

Die Einfuhrumsatzsteuer bemisst sich nach § 11 Abs. 1 UStG nach dem Zollwert der eingeführten Ware. Hinzuzurechnen sind nach § 11 Abs. 3 UStG die im Ausland geschuldeten Einfuhrabgaben, die bei der Einfuhr entstehenden Zölle und besonderen Verbrauchsteuern (außer der Einfuhrumsatzsteuer selbst) sowie Vermittlungs- und Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet. Auf diese Summe wird der Steuersatz nach § 12 UStG angewendet: 19 Prozent im Regelfall, 7 Prozent bei ermäßigt besteuerten Waren.

Quelle: Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de) · Generalzolldirektion (zoll.de) · Bundesministerium der Finanzen — Amtliche Umsatzsteuer-Handausgabe. Daten zuletzt aktualisiert: .

Der Bemessungsgrundlagen-Stapel

Warum die Einfuhrumsatzsteuer im Zollvorgang steckt, aber anders rechnet

Bemessungsgrundlage: was hinzugerechnet wird und was nicht

Der teuerste Denkfehler: EU-Außengrenze ist nicht der erste Bestimmungsort

Steuersätze

Rechenbeispiel (Zahlen frei gewählt, nur zur Veranschaulichung)

Vorsteuerabzug: nicht wer zahlt, sondern wer verfügt

Fälligkeit und Zahlungsaufschub

Sechs Fehler, die in Prüfungen regelmäßig auffallen

Quellenkunde

Quelle

Häufig gestellte Fragen

Ist die Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer identisch mit dem Zollwert?

Nein. Der Zollwert ist nur der Ausgangsbetrag (§ 11 Abs. 1 UStG). Hinzu kommen nach § 11 Abs. 3 UStG unter anderem der Zoll, besondere Verbrauchsteuern sowie Vermittlungs- und Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet. Beim Zollwert enden die Beförderungskosten dagegen bereits am Ort des Verbringens in das Zollgebiet der Union.

Gehört die Fracht von der EU-Grenze bis zum Empfänger in Deutschland in die Einfuhrumsatzsteuer?

Ja. § 11 Abs. 3 Nr. 3 UStG rechnet die Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet hinzu. Steht beim Entstehen der Einfuhrumsatzsteuer bereits ein weiterer Bestimmungsort in der EU fest, sind auch diese Kosten einzubeziehen (§ 11 Abs. 3 Nr. 4 UStG).

Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland?

Sie folgt den allgemeinen Umsatzsteuersätzen: 19 Prozent nach § 12 Abs. 1 UStG als Regelsteuersatz und 7 Prozent nach § 12 Abs. 2 UStG für die dort und in Anlage 2 zum UStG genannten Waren.

Entfällt die Einfuhrumsatzsteuer bei einer Warenverkehrsbescheinigung A.TR. aus der Türkei?

Nein. Die A.TR. weist die Freiverkehrseigenschaft im Rahmen der Zollunion EU–Türkei nach und führt zur Zollfreiheit für die erfassten Waren. Die Einfuhrumsatzsteuer entsteht davon unabhängig, weil die Türkei umsatzsteuerlich Drittlandsgebiet ist.

Darf der Spediteur die von ihm gezahlte Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen?

In der Regel nicht. Nach Abschnitt 15.8 UStAE ist entscheidend, wer im Zeitpunkt der Überlassung zum freien Verkehr die Verfügungsmacht über die Ware hatte — nicht, wer die Steuer entrichtet hat. Der Spediteur kann die Steuer weiterberechnen; den Vorsteuerabzug nimmt der verfügungsberechtigte Unternehmer gegen Vorlage des zollamtlichen Belegs vor.

Wann ist die Einfuhrumsatzsteuer bei einem Aufschubkonto fällig?

Nach § 21 Abs. 3a UStG ist Einfuhrumsatzsteuer, für die ein Zahlungsaufschub nach Art. 110 Buchst. b oder c des Unionszollkodex bewilligt wurde, abweichend vom Zollrecht am 26. des zweiten auf den betreffenden Monat folgenden Kalendermonats fällig. Erstmals angewendet wurde dies auf den ab 1. Dezember 2020 beginnenden Aufschubzeitraum.

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